Herbstsemester ’16

Es wird ein sorgenvolles, herausforderndes, ermüdendes Semester.
Fängt damit an, dass ich mich für eine Klassenzusammenkunft angemeldet habe. Als hätte ich nicht genug Mühe damit, dass ich das Jahr wiederholen muss, nein ich musste auch noch ne Klassenzusammenkunft drauf pappen. Wenn ich denn gehe…
Ausserdem habe ich mir vorgenommen Rabenhirn weiter zu schreiben, #Nanowrimo diesmal durch zu ziehen – oder zumindest weiter zu kommen. Vor Jahren habe ich dabei die tolle Livsglaedjen kennen gelernt. Ich wünschte ich hätte Anna und sie diesen Sommer besuchen können, aber es scheint als würde das nix.

Dieses Semester beinhaltet 140 Vorlesungsstunden zu Anatomie, Physiologie, Biochemie und Psychologie. Inklusive der Vorlesung zu Essenstörungen, die mich letztes Jahr so aufgeregt hatte. “Anorexie wird bei BMI Biochemie ist auch nicht mein Liebling – zumindest nicht auf der Detail-Ebene. Aber wer weiss, ich habe diesmal schon jetzt alle Lernziele aufgeschrieben und versuche mit der Hogwarts United mittels Habitica dran zu bleiben. Es ist egal wie wenig ich mache, aber es sollte täglich etwas sein. Ich glaube Motivation kann ich vergessen, Gewohnheit ist der Weg zum Ziel.

Für mich Chaotin nicht der einfachste Weg, aber wohl der sinnvollste. Ich danke Hermione Rescue auf jeden Fall für ihre ganze #Prokrastinationsscheisse. So ohne Lerngruppe ist das definitiv hilfreich, gerade um die Gewohnheit von Twitter mit der des Lernens zu koppeln.

Das schlimmste aber ist, dass meine Kredits verfallen werden, falls ich dieses Jahr nicht bestehe. Das fühlt zu viel Scham und viel Gedankentornado. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das eher kontraproduktiv ist beim lernen. Insbesondere wenn Kollegen aus dem Studium immer weiter kommen. Es ist dann jeweils eine komische Mischung aus Scham, Neid und Freude für sie, wenn man sie trifft. Es gibt aber nichts anderes. Augen auf (zu bringt ja nix, wie soll ich sonst lernen) und durch heisst es wohl.

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Deutschland Tour

Endlich komme ich dazu meinen Deutschland-Tripp im Sommer Revue passieren zu lassen. Meine ersten Ferien “alleine”. Montags bin ich früh auf den Zug und wurde in Würzburg von der tollen @Maiimouna abgeholt. Zusammen sind wir in ihrem Auto nach Hannover gefahren. Komplett mit Roadtripp-Feeling und Einkauf in einem deutschen Supermarkt (ja, die unterscheiden sich von Coop und Migros. Schon alleine wegen der riesigen Vegi-Auswahl!)

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Die ersten 4 Nächte habe ich also in Hannover verbracht und wurde reichlich unterhalten; Vom “Hannover-Kennenlern-Spaziergang” durch das Maschsee-Fest, reichlich Katzen kraulen, einer Tour durch die Anatomiesammlung der medizinischen Fakultät, Abendspaziergang zu dritt durch die beleuchteten Herrenhäuser Gärten (welche unglaublich beeindruckend sind), mein erstes Lüttje-Lage und einem Ausflug zum Wildtiergarten war alles dabei. Lecker bekocht wurde ich auch und vom veganen Vanille-Eis träume ich jetzt noch. Am letzten Tag dann bin ich noch ein paar Stunden durch die Stadt gezogen und habe mich ins Künstlerhaus verliebt. Ausserdem habe ich mir ein neues Buch gegönnt für die Fahrt nach Essen.

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In Essen bei der lieben @livsglaedjen durfte ich Bekanntschaft mit sturmbedingten Folgen machen, aka Bäume auf der Strasse. Habe ich live noch nie gesehen, weil Bergmädchen eher mit Lawinen statt Stürmen aufwachsen. In der kuschligen, wiederum katzenbewohnten Wohnung haben wir zusammen Bolognese gekocht, ich bekam Kaffee und mir wurde Skull-Duggery vorgestellt. Auf jeden Fall habe ich dann eine Nacht im Essener “Getto” verbracht, während meine Gastgeberin etwas weniger schlief. =)

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Am nächsten Tag dann hab ich das Unperfekthaus gesehen inklusive toller Kugelbahn und musste vom Bücher kaufen abgehalten werden. Ein neues wurde es dann trotzdem. Auf der Suche nach einem Mitbringsel habe ich dann noch einen Comicladen durchstöbert, zu welchem mich Svea durch den strömenden Regen und am hübschen Einkaufszentrum vorbei geführt hat. Am Bahnhof habe ich mir dann noch eine Suppe aus dem Automaten gegönnt.  Habe ich noch nie gehabt und natürlich habe ich Totsch die Hälfte beim rausnehmen verschüttet. Auf jeden Fall ging es dann weiter nach Frankfurt.

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Abends in Frankfurt angekommen habe ich es mir in meinem Hostel gemütlich gemacht – wo natürlich schon jemand anders mein Bett anektiert hatte, was dazu führte, dass ich gleich am Fenster schlaften konnte und dann erst noch im oberen Teil des Stockbetts. Vor dem Abendessen habe ich die Umgebung noch etwas erkundet, Natto gekauft und mir die verschiedenen Gebäude der Banken angeschaut. Abends dann habe ich einen Biophysiker aus Italien, eine Radiologie-Studentin aus den USA und einen Biomedizin-Studenten aus Dänemark kennengelernt. Unsere Diskussion ging dann auch von aktueller Forschung zu den Mentalitätsunterschieden zwischen südlichen und nördlichen Ländern. Am zweiten Tag habe ich mir einen Ausflug zum Naturhistorischen Museum gegönnt und geschlagene 3 Stunden dort verbracht, bis es mir mit all den Familien zu bunt wurde und ich mich auf den Weg machte um den @nplhse zu treffen. Der hat mir dann noch etwas die Altstadt gezeigt, bis wir uns an den (dreckigen) Main gesetzt haben um zu quatschen. Abends dann wieder im Hostel habe ich das Buch, dass ich in Hannover gekauft habe, fertig gelesen, fleissig den Daheimgebliebenen geschrieben und mich informiert wie es wohl meinen Rattis geht. Nach einer mehr oder minder geruhsamen Nacht (was erwartet man auch in einem 10-Bett-Zimmer?) ging es dann am nächsten Tag zum Brunch mit @scy. Dort habe ich mir den Bauch vollgeschlagen und liess mir beim Verdauungs-Spaziergang dann noch Tipps geben, wo ich eventuell Comicläden finden könnte. Danach ging es dann zum Nachmittagskaffee @nadnoennas – bis 21 Uhr ^.^ Wir haben lange diskutiert, gequatscht und ich durfte ihre zauberhafte Familie kennenlernen.
So ging der letzte Abend im “deutschen Zürich” zuende, dass ich am nächsten Tag baselwärts wieder verlassen habe. Eine tolle Woche, die auf Wiederholung wartet, war es auf jeden Fall. Danke an alle GastgeberInnen <3

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Woche 110 – An unendlich tangierende Stoffmenge

Halbzeit. Noch 7 Wochen Vorlesungen und noch 10 Wochen bis zu den Prüfungen. Neu gibt es dieses Jahr auch mündliche/praktische Prüfungen. 4 an der Zahl und 1 davon im Winter. Je nachdem was man zieht Biochemie oder Physiologie. Ich hab keine Ahnung wie das werden soll. Bei mündlichen Prüfungen, die ich bisher selten hatte, werde ich zuerst sehr nervös, dann sehr ruhig und weiss danach nicht mehr was ich gesagt und getan habe. Im zweiten Jahr gibt es auch massiv mehr Stoff zu bewältigen als im ersten, aber zumindest ist es näher an der Medizin und durch die vielen Überschneidungen von Physiologe, Biochemie und Humanbiologie hat man einige Redundanzen, was zu automatischer Wiederholung führt. Das führt dazu, dass man dauernd zwischen “Das ist doch gar nicht zu schaffen, ich kann doch gleich hinschmeissen.” und “Oh, genau, das weiss ich ja, das ist des und deshalb. Hmm, ich glaube ich krieg das hin” schwankt. Besonders der Sezierkurs hat es mir angetan. Natürlich habe ich erst einen Viertel hinter mir, aber manche haben schon jetzt die Nase voll, was mir leise sagt, dass Chirurgie doch etwas für mich sein könnte. Drückt mir die Daumen 😉

Was mir auch sehr gefällt, ist mein Mantelstudium: Klinische Epidemiologie und Evidenz basierte Medizin. Grundsätzlich: Studien lesen und nach qualitativen Kriterien bewerten. Ist neben der interessanten Vorlesung auch eine gute Ausrede um spannende Studien zu lesen. Leider, leider prokrastiniere ich damit auch das “Critical Appraisal”, dass ich selbst schreiben sollte. Aber nicht die einzige Prokrastinier-“Methode”. Mir wurde eine sehr sehr gute medizinhistorische Serie empfohlen (Danke @maiimouna). Falls ihr also sehen wollt wie Medizin und auch das Leben zur Zeit des “Gibson-Girl” war: schaut in “The Knick” rein =). Medizinhistorisch ist auch @drlindseyfitz sehr spannend, vor allem weil sie sich auch mit der Chirurgie vor 1900 auseinander setzt. Auch das hat den bitteren Beigeschmack, dass mir langsam zu viele Fachgebiete zusprechen. Beruhigend ist jedoch, dass ich erst meine 6 Jahre “absitzen” muss und noch viel Zeit habe herauszufinden was ich noch länger lernen will. Klar sollte man gewisse Weichen so früh wie möglich stellen, aber da sich momentan im Studium und in der Medizin viel zu ändern scheint (Es wird davon ausgegangen, dass unsere Generation nur den Master und keine Doktorarbeit machen wird.), bringt es nichts voreilig zu sein. Was jedoch nie verkehrt ist, ist Netzwerken, worin ich mich inzwischen übe. Kommt meiner neurotischen Seite sehr entgegen, denn so kann ich meine Amygdala desensibilisieren, damit sie mich nicht immer zum Grübeln bringt. Ernsthaft: die meisten Mitstudenten interessieren sich eh nicht füreinander und falls jemand lästern sollte sind es entweder a) Leute mit denen ich eh nix zu tun haben will oder b) nicht relevant, denn ich rege mich auch über Menschen auf, die ich eigentlich mag. Humans will be humans I guess. =)

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